12. Sicherung einer kollegialen ärztlichen Arbeitsatmosphäre im Krankenhaus

Auf Antrag von Prof.Dr. Mausbach (Drucksache IV-14) faßt der 101. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Eine kollegiale ärztliche Tätigkeit im Krankenhaus erfordert eine von Achtung und Verständnis geprägte partnerschaftliche Zusammenarbeit. Selbstverständlich muß die Versorgung der Krankenhauspatienten durch eine klare Struktur von ärztlicher Funktion, Entscheidungszuständigkeit und Entscheidungseffizienz gerade auch in Situationen der Dringlichkeit und akuten Gefährdung gesichert sein. Doch zugleich gibt es auch die Selbstverständlichkeit wechselseitiger und gleichberechtigter kollegialer Achtung unter den Bedingungen eines Arbeitsalltags, der aus vielen Gründen partnerschaftliche Zusammenarbeit frei von hierarchischer Arroganz verlangt. Unter anderem ist es auch für das Arzt-Patienten-Verhältnis wichtig, daß die jüngeren Kolleginnen und Kollegen anerkannt werden. Hierarchische Strukturen und Verhaltensweisen von leitenden Ärztinnen und Ärzten, die diese Prinzipien verletzen, vertragen sich nicht mit den notwendigen Regeln kollegialer Weiterbildung.

Begründung:
Teils schon überwunden geglaubte hierarchische Strukturen in Krankenhäusern befestigen sich wieder und kehren auch unter den Bedingungen der Arbeitslosigkeit und der Suche junger ärztlicher Kolleginnen und Kollegen nach Möglichkeiten der Weiterbildung zurück. Gerade unter Bedingungen der Abhängigkeit im Prozeß der Weiterbildung muß gewährleistet sein, daß die häufig schwierige Situation der jungen Kolleginnen und Kollegen nicht mißbraucht wird und sie in einer möglichst spannungsfreien kollegialen Atmosphäre ihre Lernprozesse verfolgen und ihrer auch schon in der Weiterbildung verantwortungsvollen Tätigkeit frei von Beeinträchtigungen und Repressionen nachgehen können.