13. Mißbrauch und Repression in hierarchischen Arbeitsverhältnissen

Auf Antrag von Herrn Theurich (Drucksache IV-19) faßt der 101. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

In den Ärztekammern sollen Ansprechpartner für Mobbing-Fälle benannt werden. Diese verstehen sich zunächst als Schlichter, vertreten in ernsten Fällen den beantragenden Arzt im Sinne der Berufsordnung. Vertraulichkeit im Kontakt mit dem Arzt wird zugesichert, solange der Betroffene es wünscht.

Begründung:
Die Position einzelner Ärztinnen und Ärzte in der momentanen Arbeitsmarktlage gegenüber Repressionen im Berufsalltag (insb. Assistenzärzte im Krankenhaus) durch Verwaltung, Chefärzte u.a. ist sehr schwach.

Dr. Clade, Deutsches Ärzteblatt 95, Heft 17, spricht von "Kuliordnung". Prof. Dr. Hoppe weist in einem Editorial des Rheinischen Ärzteblattes sehr offen auf das Problem hin.

Viele Kollegen bedürfen der Unterstützung und der Erfahrung, daß die Berufsordnung nicht nur ein Glaubensbekenntnis, sondern im Bedarfsfall auch konkretes Ordnungsmittel ist, eine Anlaufstelle bietet und die Chance quantitativ zu erfassen, ob und wo gehäuft Mobbing in vermuteter Menge stattfindet oder nur Modewort ist.