10. Schaffung eines Schwerpunktes "Forensische Psychiatrie"

Der Antrag von Frau Dr. Barth-Stopick (Drucksache V-9) wird zur weiteren Beratungan den Vorstand der Bundesärztekammer überwiesen:

Der Deutsche Ärztetag fordert die Weiterbildungsgremien der Bundesärztekammer auf, bei der Neufassung der (Muster-)Weiterbildungsordnung im Fachgebiet "Psychiatrie und Psychotherapie" einen Schwerpunkt "Forensische Psychiatrie" zu schaffen.

Begründung:

Aktuelle Vorfälle der letzten Zeit sowie die gesellschaftliche und politische Diskussion unterstreichen die Dringlichkeit der Probleme um psychisch kranke Rechtsbrecher, Sexualdelinquenz und Maßregelvollzug. Die schwierigen Aufgaben bei der Begutachtung der Schuldfähigkeit, bei der Behandlung psychisch gestörter Straftäter oder bei der prognostischen Einschätzung künftiger Gefährlichkeit benötigen neben der psychiatrischen und psychotherapeutischen Qualifikation intensive fächerübergreifende Kenntnisse und Erfahrungen. Wegen der Position im Schnittpunkt zwischen Medizin und Recht zwingen die forensischen Fragestellungen den gutachterlich tätigen wie den behandelnden Arzt zu einer hochgradigen Spezialisierung. Sie kann zuverlässig nur durch eine differenzierte, interdisziplinär ausgerichtete Weiterbildung in einem Schwerpunkt "Forensische Psychiatrie" gewährleistet werden.