12. Verlängerung der Weiterbildungszeit bei niedergelassenen Ärzten

Der Antrag von Dr. Ottmann (Drucksache V-16) wird zur weiteren Beratung an den Vorstand der Bundesärztekammer überwiesen:

Der 101. Deutsche Ärztetag beauftragt den Vorstand der Bundesärztekammer, zum baldmöglichsten Termin die (Muster-)Weiterbildungsordnung dahingehend zu novellieren, daß die für eine Weiterbildung bei niedergelassenen Ärzten mögliche Weiterbildungsdauer den tatsächlichen Verhältnissen angepaßt wird.

Dies betrifft insbesondere die Gebiete Diagnostische Radiologie (bisher 2 Jahre bei niedergelassenen Ärzten), Humangenetik (bisher 1 Jahr bei niedergelassenen Ärzten), Laboratoriumsmedizin (bisher 3 Jahre bei niedergelassenen Ärzten) und Pathologie (bisher 1 Jahr bei niedergelassenen Ärzten) sowie die fakultative Weiterbildung Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin (bisher ? Jahr bei niedergelassenen Ärzten).

Begründung:

Durch strukturelle Veränderung vieler Krankenhäuser wurden bisherige Weiterbildungsstätten besonders im diagnostischen Bereich privatisiert, d.h. in den niedergelassenen Bereich überführt (Outsourcing !).

Selbst an Schwerpunktkliniken wurden z.B. Abteilungen für Pathologie oder Radiologie organisatorisch ausgegliedert und werden heute häufig von den ehemaligen leitenden Ärzten dieser Abteilungen als freie Arztpraxis im niedergelassenen Bereich betrieben. Das Leistungsspektrum, wesentlich für die Weiterbildungsermächtigung, wurde durch die Umstrukturierung keinesfalls reduziert, da die vollständige Versorgung des stationären Bereichs wie bisher unverändert gewährleistet bleibt.

Die Weiterbildungszeiten in der (Muster-)Weiterbildungsordnung, die im Bereich niedergelassener Ärzte möglich sind, müssen der aktuellen Entwicklung angepaßt, bzw. erweitert werden.