12. Berücksichtigung der Kindererziehungszeit von niedergelassenen Vertragsärztinnen/Vertragsärzten bei der Festlegung des Honorarverteilungsmaßstabes

Auf Antrag des Vorstandes der Bundesärztekammer (Drucksache VI-5) beschließt der 101. Deutsche Ärztetag:

Die Fallzahlbegrenzung nach dem Honorarverteilungsmaßstab der Kassenärztlichen Vereinigungen wirkt sich für Vertragsärztinnen/Vertragsärzte während der Kindererziehungszeit bei reduziertem Praxisumfang nachteilig aus. Der Deutsche Ärztetag appelliert daher an die Kassenärztlichen Vereinigungen, die verminderte Einsatzfähigkeit von Ärztinnen/Ärzte während der Kindererziehungszeit im Sinne einer Härtefallregelung zu berücksichtigen.

Begründung:

Viele Kassenärztliche Vereinigungen haben Fallzahlbegrenzungen im Rahmen des Honorarverteilungsmaßstab eingeführt, die sich allein an den individuellen Fallzahlen des Vorjahres orientieren. Während der Erziehung von Kindern muß üblicherweise die Praxistätigkeit für einige Jahre reduziert werden. Neben ohnehin erheblichen Einbußen bei der Altersvorsorge bleibt es einer Ärztin/einem Arzt durch die rigiden Fallzahlbegrenzungen jetzt in vielen Kassenärztlichen Vereinigungen zudem verwehrt, nach Ende der Kindererziehung die Praxistätigkeit im übliche Umfang wieder aufzunehmen.