13. Berufliche Situation von Ärztinnen als Tagesordnungspunkt eines Deutschen Ärztetages

Auf Antrag des Vorstandes der Bundesärztekammer (Drucksache VI-8) beschließt der 101. Deutsche Ärztetag:

Im Rahmen einer der folgenden Deutschen Ärztetage soll als Tagesordnungspunkt die besondere berufliche Situation von Ärztinnen vorgesehen werden.

Begründung:

Kurz nach der Wiedervereinigung 1991 betrug der Anteil der berufstätigen Ärztinnen an allen berufstätigen Ärzten in den Bundesländern West über 29 %, dahingegen in den Bundesländern Ost über 52 %! In 1996 stieg der Anteil der Ärztinnen an allen berufstätigen Ärzten in den Bundesländern West auf 33 % und sank gleichzeitig in den Bundesländern Ost auf 49 % ab. Ferner sank in diesem Zeitraum in den Bundesländern Ost die Anzahl der Ärztinnen im Krankenhaus um 2%, in der Praxis um 7 % und stieg der Anteil der Ärztinnen ohne ärztliche Tätigkeit um 4%. Diese Zahlen weisen darauf hin, daß die Tendenz besteht, daß der Anteil der Ärztinnen an allen berufstätigen Ärzten der Bundesländer Ost dem Anteil der Ärztinnen der Bundesländer West angeglichen wird.

Diese Entwicklung in den neuen Bundesländern erlaubt die Schlußfolgerung, daß soziale und gesellschaftliche Rahmenbedingungen auch maßgeblich mitbestimmen, ob sich Ärztinnen beruflich entfalten können oder nicht.

Jedoch bestehen seit vielen Jahren Bestrebungen, berufliche Belange der Ärztinnen innerhalb der Gesamtärzteschaft zu verbessern. Um diese Bemühungen optimieren und zukünftige Ziele formulieren zu können, ist eine Bestandsaufnahme des Erreichten im Rahmen eines der folgenden Deutschen Ärztetage erforderlich.