2. Gesundheit im Alter

Auf Antrag von Dr. Thomas (Drucksache VI-13) faßt der 101. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Voraussetzungen schaffen für die soziale Integrationsfunktion zugunsten älterer Patienten

Der 101. Deutsche Ärztetag begrüßt den vorgelegten Bericht "Gesundheit im Alter", der Probleme bei der gesundheitlichen und sozialen Versorgung älterer Menschen umfassend darstellt.

Den Ärzten ist in diesem Bericht eine soziale Integrationsfunktion zugedacht. Damit ist gemeint, daß den Patienten bei Inanspruchnahme von Heil- und Hilfsmitteln Beratung und Unterstützung gewährt oder die Einschaltung von Pflegediensten und Einrichtungen vorbereitet wird, daß die Möglichkeiten der Sozial- und Altenhilfe auch denjenigen zugute kommen, die derartige Hilfen nicht mehr selbst beantragen können. Die rechtzeitige Hinzuziehung des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen, die Auswahl geeigneter Wohnungsanpassungshilfen u.ä. sind ebenfalls Teil einer solchen sozialen Integrationsfunktion. Zur Bewältigung dieser Aufgaben braucht der Arzt kompetente Unterstützung und eine diesen Leistungen angemessene Vergütung.

Voraussetzung für die Wahrnehmung dieser zusätzlichen Aufgaben ist demnach eine Ergänzung der Gebührenordnungen dahingehend, daß

  • zugunsten einer gemeinsamen systematisierten Krankenhausentlassungsplanung, an der neben dem Krankenhausarzt und dem Patienten auch der weiterbehandelnde Arzt teilnimmt, Hausbesuche im Krankenhaus abrechenbar werden sowie
  • für die sehr zeitaufwendigen Aufgaben der sozialen Integrationsfunktion eine Gebührenposition geschaffen wird, die "Kontakte zu Dritten" wie Sozialämtern, Hilfsmittelherstellern etc. abdeckt.

Danach könnten mehrere Ärzte gemeinsam Mitarbeiter in einem "Sozialbüro" anstellen, die sie bei den oben skizzierten Aufgaben unterstützen. Eine solche Lösung ist der ausschließlichen Einschaltung von Krankenkassen oder Sozialstationen, die unabhängig von den behandelnden Ärzten tätig werden, vorzuziehen.