2. Rehabilitation psychosozialer Erkrankungen

Auf Antrag von Dr. Eisenkeil (Drucksache III-2) faßt der 102. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Schädigungen, Fähigkeitsstörungen und Behinderungen als Folge von Krankheiten aus dem psychosozialen Formenkreis wie z.B. psychovegetative Überlastungssyndrome mit körperlichen und / oder vegetativen Symptomen und Fähigkeitsstörungen in der familiären und / oder beruflichen Rolle werden in der Rehabilitation gleich gewichtet wie Schädigungen, Fähigkeitsstörungen und Behinderungen aufgrund rein somatischer Erkrankungen.

Begründung:

Die Rehabilitation insbesondere von Frauen und Müttern, die an psychosozialen Fähigkeitsstörungen von Krankheitswert leiden, muß einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft haben. Die Folgekosten von unbehandelten und damit auch fortschreitenden Erkrankungen der Mütter und auch deren Kinder in diesem Bereich sind mittelfristig und langfristig enorm. Solche Krankheitsbilder können durch geeignete Maßnahmen wie stationäre Heilverfahren (Müttergenesungs- und Mütter-Kind-Kuren) wirkungsvoll gebessert werden. Es besteht aber die Tendenz, solche Heilverfahren von den Kostenträgern restriktiv zu handhaben mit der Begründung, daß es sich bei den genannten Beschwerden nicht um Krankheiten im Sinne der Reha-Gesetzgebung, insbesondere des Paragraphen 111 SGB V handelt.