1. Reform des Medizinstudiums

Auf Antrag des Vorstandes der Bundesärztekammer (Drucksache IV-1) faßt der 102. Deutsche Ärztetag einstimmig folgende Entschließung:

Der Deutsche Ärztetag fordert Bund und Länder auf, sich dafür einzusetzen, die längst überfällige Novellierung der ärztlichen Approbation vorzunehmen. Er wiederholt seine Forderung, als Ergebnis einer mehrjährigen politischen Diskussion endlich einen ersten Schritt für eine umfassende Reform der Ausbildung durchzusetzen. Ein weiterer Aufschub würde zu keinen neuen Erkenntnissen führen, aber Zweifel am politischen Willen erkennen lassen, eine an der Praxis orientierte Verbesserung der Mediziner-Ausbildung anzustreben.

Bereits der 97. Deutsche Ärztetag 1994 begrüßte grundsätzlich die Vorschläge der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur inhaltlichen Verbesserung und zur strukturellen Neugestaltung des Studiums der Medizin. Seitdem hat der Deutsche Ärztetag jährlich auf die Dringlichkeit einer Studienreform hingewiesen.

Das Bundesministerium für Gesundheit sieht in seinen Gesetzentwürfen für eine Gesundheitsreform 2000 in der Qualitätssicherung den Kernpunkt für die Steuerung des Gesundheitswesens und hat diese mit Kapazitätsfragen verknüpft. Der Deutsche Ärztetag weist auch in diesem Zusammenhang nochmals darauf hin, daß die Qualität der Ausbildung mit der daran anschließenden Weiterbildung zum Facharzt und der kontinuierlichen Fortbildung entscheidend für den Leistungsstand der Ärztinnen und Ärzte ist.

Die Ausbildung ist der Grundstock für eine verantwortungsvolle lebenslange Berufsausübung. Eine Anpassung an die veränderten Anforderungen in der gesundheitlichen Versorgung kann nicht ausschließlich über Modellstudiengänge erfolgen, sondern erfordert die gesetzliche Einführung einer umfassenden Reform.