1. Ärztliche Hilfe für Kosovo-Vertriebene und Flüchtlinge

Auf Antrag des Vorstandes der Bundesärztekammer (Drucksache IV-3) faßt der 102. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Der Deutsche Ärztetag begrüßt alle Bemühungen um humanitäre Hilfe für die Kosovo-Vertriebenen und Flüchtlinge. Diese, darunter Kinder, die ihre Eltern verloren haben, Frauen und alte Menschen, die nach ihrer Flucht aus ihrer Heimat unter dramatischen Lebensbedingungen notdürftig in überfüllten Flüchtlingslagern untergebracht sind, bedürfen einer intensiven humanitären und besonders medizinischen Betreuung.

Der Deutsche Ärztetag weist darauf hin, daß unter den albanischen Flüchtlingen in den Flüchtlingslagern Albaniens und Mazedoniens auch albanische Ärzte sind, die zur Zeit nicht zur gesundheitlichen Versorgung ihrer Landsleute hinzugezogen werden.

Der Deutsche Ärztetag bittet die Bundesregierung und die humanitären Hilfsorganisationen, die Mithilfe albanischer Ärzte in den medizinischen Einrichtungen der Flüchtlingslager in Anspruch zu nehmen und sie in ihre medizinischen Hilfsprogamme aufzunehmen. Es ist unsinnig und unwürdig, die kosovo-albanischen Kollegen nicht in die ärztliche Betreuung einzubeziehen und zur Untätigkeit zu verdammen, besonders, da sie die Sprache, Gewohnheiten und Nöte ihrer Landsleute kennen.

Der Deutsche Ärztetag bittet daher die Bundesregierung, sich bei der mazedonischen und albanischen Regierung für die Erteilung der Berufserlaubnis an die kosovo-albanischen Ärzte zur Betreuung ihrer Landsleute einzusetzen.

Der Deutsche Ärztetag begrüßt weiterhin die Bereitschaft der Bundesregierung um Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland. Zumindest dort, wo eine Unterbringung in einem westlichen Land schon alleine aus gesundheitlichen Gründen notwendig ist, kann die fehlende Bereitschaft unserer europäischen Nachbarn, Flüchtlinge aufzunehmen, nicht Grund sein, den Flüchtlingen die Aufnahme in Deutschland zu verwehren.