2. Humanitäre Hilfseinsätze / Entwicklungszusammenarbeit

Auf Antrag von Herrn Sagebiel (Drucksache IV-13) faßt der 102. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

  1. Arbeitsplatzgarantie
    Die Bundesregierung wird aufgefordert, eine gesetzliche Grundlage zu schaffen, die Ärztinnen und Ärzten, ähnlich wie Wehrpflichtigen oder Personen, die Erziehungsurlaub in Anspruch nehmen, ihren Arbeitsplatz während eines Hilfseinsatzes (Humanitäre Hilfe/ EZA) und im Anschluß daran garantiert.
  2. Freistellungsverpflichtung
    Die Bundesregierung wird aufgefordert, eine gesetzliche Grundlage zu schaffen, die Ärztinnen und Ärzten, die an Hilfseinsätzen teilnehmen wollen, eine Freistellung vom Arbeitsplatz für die Dauer des Hilfseinsatzes garantiert.

Begründung:

Bereits auf dem 100. Deutschen Ärztetag 1997 wurden die Aktivitäten auf dem Gebiet der Humanitären Hilfe unterstützt und die Erleichterung der Freistellung von Ärztinnen und Ärzten für Hilfseinsätze gefordert. Seitdem haben die weltweiten Krisen nicht ab, sondern zugenommen. Die in Deutschland bestehende Arbeitsmarktlage für Mediziner verhindert aber häufig die Teilnahme an Hilfseinsätzen. Im Gegensatz zu anderen westeuropäischen Ländern wirkt sich eine solche Auslandstätigkeit meist "karrierefeindlich" aus. Durch die geforderte Regelung soll diesem Umstand Rechnung getragen werden und die Teilnahme deutscher Ärztinnen und Ärzte an Hilfseinsätzen erleichtert werden.