3. Humanitäre Hilfseinsätze im Ausland

Auf Antrag von Frau Dr. Fick (Drucksache IV-25) faßt der 102. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Erleichterung der Freistellung von Ärztinnen und Ärzten für internationale humanitäre Hilfseinsätze

Der Deutsche Ärztetag fordert die Arbeitgeber (z.B. Kommunen, private Träger), Tarifvertragspartner und Kassenärztliche Bundesvereinigung auf, die Möglichkeiten für regulär in Deutschland im Rahmen eines festen Arbeitsverhältnisses tätigen oder in einer Praxis niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten zu verbessern, um mindestens drei- bis sechsmonatige humanitäre Hilfseinsätze im internationalen Bereich übernehmen zu können.

Begründung:

Non-Gouvernement-Organisationen in Deutschland beklagen immer wieder, aus verschiedenartigen Gründen erhebliche Schwierigkeiten zu haben, genügend qualifizierte Ärztinnen und Ärzte für humanitäre Hilfseinsätze gewinnen zu können.

Da die Freistellung aus der ärztlichen Tätigkeit in Klinik und Praxis für den Träger der Institution oder aber den Inhaber einer Praxis personelle Schwierigkeiten in der Versorgung der Patienten mit sich bringt, sollen vertragliche Regelungen getroffen werden (z.B. unbezahlter Urlaub, da ja durch die entsendenden Organisationen Entschädigungen bezahlt werden), daß während der Zeit des Einsatzes kurzfristig Kolleginnen und Kollegen "auf Zeit" eingestellt werden können, wie dies in vielen anderen europäischen und überseeischen Ländern möglich ist.

Für Praxen sollte eine entsprechende Beurlaubung des Kollegen mit Beschäftigung eines adäquaten Vertreters für die Dauer von 3 bis 6 Monaten durch die KV’en bewilligt werden.