3. Krankenhausvergütung

Auf Antrag von Dr. Jonitz (Drucksache IV-38) faßt der 102. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Der 102. Deutsche Ärztetag lehnt die geplante flächendeckende Einführung von Fallpauschalen in der Krankenhausvergütung ab.

Fallpauschalen sind keine medizinisch leistungsgerechte oder an der Qualität der Patientenversorgung orientierte Vergütungsform.

Sie verschlechtern diese Qualität nachweislich durch massiven Druck auf Liegezeiten. Zeit für Heilung und Behandlung ist durch Fallpauschalen nicht mehr in ausreichendem Maß gegeben.

Begründung:

  • Durch die Einführung von Fallpauschalen veränderte sich bei hüftgelenksnahen Frakturen in den USA
  • die Liegezeit von 16,6 auf 10,3 Tage,
  • die Zahl der krankengymnastischen Anwendungen von 9,7 auf 4,9,
  • die Entlassung in Pflegeheime von 21 % auf 48 %,
  • die Hauspflegebedürftigkeit von 13 % auf 39 %.

Fitzgerald JF, Fagan LF, Tierney WM, Dittus RS, Changing patterns of hip fracture care before and after implementation of the prospective payment system, JAMA, July 10, 1987 - Vol 258, No 2, 218-221.