Schwangerschaftsabbruch

Abtreibungsrecht

Auf Antrag von Dr. König und Dr. Holzborn (Drucksache IV-18) faßt der 102. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Mit großer Sorge sieht der 102. Deutsche Ärztetag die Entwicklung bei "späten" Schwangerschaftsabbrüchen.

Seit Wegfall der embryopathischen Indikation nach Inkrafttreten des am 29. 06. 1995 beschlossenen Schwangeren- und Familienhilfeänderungsgesetzes beobachten Betroffene folgende Probleme:

  • späte Schwangerschaftsabbrüche mit dem "Risiko der Lebendgeburt" stürzen Eltern und Ärzte in unlösbare Konflikte;
  • der Fetozid extrauterin lebensfähiger Feten ist aus medizinisch-ethischer Sicht weder berufsrechtlich noch strafrechtlich bisher geklärt und bedeutet für die beteiligten Kollegen eine ungeheure Belastung.

Der 102. Deutsche Ärztetag fordert deshalb

  • eine notwendige pränatale Diagnose kompetent und frühzeitig mit der notwendigen Sicherheit zu stellen;
  • aus Gründen der Qualitätssicherung alle Schwangerschaftsabbrüche aus medizinischer Indikation statistisch hinsichtlich Indikation und Methodik zu erfassen;
  • vom Gesetzgeber Regelungen zu treffen, die eine Spätabtreibung bei lebensfähigen Feten ausschließe