1. Gewaltverherrlichung in den Medien

Auf Antrag des Vorstandes der Bundesärztekammer (Drucksache IV-8) unter Berücksichtigung des Antrages von Dr. Lorenzen (Drucksache IV-8a) faßt der 102. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Die exzessive Darstellung von Gewalt in den Medien führt zunehmend zu einer Senkung der Hemmschwelle gegenüber körperlicher und seelischer Gewaltanwendung in der Bevölkerung. Besonders verheerend ist der Einfluß auf gruppendynamische Prozesse bei Kindern und Jugendlichen, der bevorzugten Zielgruppe entsprechender Filme, Sendungen und Videospiele.

Verhaltensstörungen und schwerwiegende körperliche und seelische Folgeschäden unter Kindern und Jugendlichen nehmen in erschreckendem Maße zu.

Kinder und Jugendliche müssen ausreichend Gelegenheit und Anleitung bekommen, gewaltfreie Konfliktlösungsmuster zu lernen.

Der Deutsche Ärztetag fordert daher eindringlich die in der Politik und in den Medien Verantwortlichen auf, eine sofortige Trendwende in der Medienpolitik herbeizuführen, um die ausufernde Darstellung und Verherrlichung von Gewalt zu unterbinden.

Dazu sollte auch das Netz von Beratungs- und Behandlungsangeboten für Eltern und Kinder ausgebaut werden, um Hilfen in Konfliktsituationen zur Verfügung zu stellen.