Beschlussprotokoll des 104. Deutschen Ärztetages vom 22.-25. Mai 2001 in Ludwigshafen

13. Maßnahmen gegen Ausbeutung junger Ärztinnen und Ärzte

Auf Antrag von Dr. Lipp (Drucksache II-13) fasst der 104. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Um eine Ausbeutung junger Ärztinnen und Ärzte zu verhindern, fordert der Deutsche Ärztetag:

  • Eindeutig geregelte und begrenzte Arbeitszeit,
  • Überstunden nur ausnahmsweise durch Freizeit ausgeglichen und bezahlt,
  • Betreuung der jungen Kollegen bei der Durchführung der Weiterbildung,
  • Verpflichtung der Weiterbilder zu Strukturierung und Dokumentation der Weiterbildung,
  • Abschaffung des "AiP".

Begründung:

In schamloser Weise wird der überdurchschnittliche Einsatz der Ärzteschaft in den Kliniken von Kostenträgern und Arbeitgebern als stille Rationalisierungsreserve fest einkalkuliert. In der Regel werden Überstunden in keiner Weise honoriert. Darüber hinaus ist jede Aussicht auf eine berufliche Zukunft erheblich beeinträchtigt.

Während den Ärzten immer mehr unbezahlte, nachgeordnete und nicht immer ärztliche Tätigkeiten aufgezwungen werden, konnten die Vertreter der Pflegeberufe für ihre Gruppe großzügigere Personalschlüssel sowie genauere Abgrenzung ihrer Arbeitsgebiete durchsetzen. Ausufernde Weiterbildungsanforderungen in Allianz mit befristeten Arbeitsverträgen erhöhen die Erpressbarkeit der Ärzteschaft - besonders zu Zeiten vorgeblichen Stellenmangels - massiv! Die Einführung der diagnosebezogenen Fallpauschalen ("DRGs") erhöht zusätzlich den Druck auf den Ärztenachwuchs, wenn die tatsächlich geleistete ärztliche Arbeit sowie die Zeit für Fort- und Weiterbildung nicht in die Kalkulation der DRGs einfließt. Eine strukturierte Weiterbildung wird durch die Einführung der DRGs durch ökonomische Zwänge gefährdet.