Beschlussprotokoll des 104. Deutschen Ärztetages vom 22.-25. Mai 2001 in Ludwigshafen

6. Tabakwerbeverbot

Auf Antrag von Prof. Dr. Krönig (Drucksache V-53) fasst der 104. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Der Deutsche Ärztetag bittet die Bundesregierung nachdrücklich, das generelle Tabakwerbeverbot entsprechend den künftigen europäischen Richtlinien in Deutschland konsequent umzusetzen.

Begründung:

Zigaretten rauchen geht mit einem hohen Risiko an bösartigen Erkrankungen und Herz-Kreislauf-Leiden einher. Als Folge des Rauchens sind in Deutschland jährlich ca. 110.000 Todesfälle zu beklagen. Die von der Solidargemeinschaft der Versicherten zu tragenden Behandlungskosten belaufen sich auf ca. 35 Mrd./Jahr (entsprechend ca. 15% der gesamten Gesundheitskosten). Die Prävalenz des Rauchens lässt sich nach dem Tabakbericht der Weltbank um ca. 7% senken. Problematisch bleibt aktuell eine Zunahme des Rauchens bei der nachwachsenden Generation und besonders bei jungen Frauen, wobei in bis zu 30% eine "Verführung" durch Reklame wesentlich ist. Ein hoher Prozentsatz dieses Kollektivs wird in die Niktotinabhängigkeit getrieben und "ersetze" somit zwanglos die o. g. jährliche Absterberate.