Beschlussprotokoll 105. Dt. Ärztetag 2002: Zu Punkt I der Tagesordnung: Gesundheits-, Sozial- und ärztliche Berufspolitik

I, 29 : Abschaffung der AiP-Phase vor dem Jahr 2009

Beschlussprotokoll des 105. Deutschen Ärztetages vom 28.-31. Mai 2002 in Rostock

Auf Antrag von Herrn Bodendieck (Drucksache I-15) fasst der 105. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Der 105. Deutsche Ärztetag fordert die Bundesregierung auf, die Phase Arzt/Ärztin im Praktikum (AiP) vor dem Jahre 2009 abzuschaffen.

Am 26. April 2002 wurde im Bundesrat die lange überfällige Reform der ärztlichen Approbationsordnung beschlossen. Auch die Phase als Arzt/Ärztin im Praktikum (AiP) ist davon betroffen. In der Presseerklärung des Bundesministeriums für Gesundheit heißt es am gleichen Tage:

"Der Arzt im Praktikum wird dann für alle diejenigen entfallen, die das neue reformierte Studium durchlaufen." - das wird also erst vom Jahre 2009 an gültig werden.

Begründung:
Es ist nötig, die Zeit bis zur Erteilung der ärztlichen Approbation zu verkürzen, damit der Arztberuf attraktiver wird und dem drohenden Ärztemangel begegnet werden kann, entweder durch sofortige ersatzlose Streichung des AiP oder durch schrittweise Verkürzung der AiP-Zeit im Laufe von 3 Jahren:

Verkürzung von 18 auf 12 Monate und von 12 auf 6 Monate sowie endgültige Abschaffung vom 3. Jahr ab. Vor bzw. parallel zur Abschaffung der AiP-Phase muss die praktische Ausbildung in den 6 Jahren des Medizinstudiums so intensiviert werden, dass nach dem Studium die jetzige AiP-Phase überflüssig ist.

Das politische Ziel, die Zahl der Studienplätze in der Medizin und die Zahl der Absolventen zu verringern und ihren Eintritt in die volle Berufsausübung - durch die eingeschobene AiP-Phase - zu verzögern, muss korrigiert werden. Es sollten im Gegenteil mehr Studenten zum Medizinstudium zugelassen und außerdem die Arbeitsbedingungen junger Ärzte verbessert werden.