Beschlussprotokoll 105. Dt. Ärztetag 2002: Zu Punkt I der Tagesordnung: Gesundheits-, Sozial- und ärztliche Berufspolitik

I, 3 : Zunehmende Rationierung von Gesundheitsleistungen

Beschlussprotokoll des 105. Deutschen Ärztetages vom 28.-31. Mai 2002 in Rostock

Auf Antrag von Frau Dr. Gitter, Dr. Montgomery, Herrn Henke, Dr. Mitrenga, Dr. Wolter (Drucksache I-11) unter Berücksichtigung des Antrages von Herrn Büchner (Drucksache I-11a) fasst der 105. Deutsche Ärztetag einstimmig folgende Entschließung:

Der 105. Deutsche Ärztetag ist besorgt über die zunehmende Rationierung von Gesundheitsleistungen, die durch die steigende Bindung ärztlicher Arbeitskraft durch arztfremde Tätigkeiten verstärkt wird. Der 105. Deutsche Ärztetag fordert deshalb arbeitsorganisatorische Abläufe, die ärztliche Tätigkeit mit entsprechender Qualität gewährleisten.

Durch das Fallpauschalengesetz werden Ärztinnen und Ärzte zunehmend verpflichtet, Daten zu dokumentieren, die alleine der Abrechnung von Krankenhausleistungen dienen. Das hat mit der Dokumentation ärztlicher Tätigkeiten nichts zu tun. Vielmehr wird ärztliche Arbeitskraft zu Lasten der Patientenversorgung gebunden. Dies ist bei gleichzeitig bemerkbarem Ärztemangel auf Grund der Abkehr ausgebildeter Ärztinnen und Ärzte vom "klassischen" Arztberuf besonders schwerwiegend und stellt eine Verschwendung von kostbaren Ressourcen zu Lasten der Patienten dar.

Der 105. Deutsche Ärztetag fordert die Gesundheitsministerin und die Krankenhausträger daher auf, unverzüglich die notwendigen rechtlichen und finanziellen Grundlagen zu schaffen, um Ärztinnen und Ärzte von arztfremden Dokumentationsaufgaben zu entlasten. Die Ärztinnen und Ärzte in Klinik und Praxis sind nicht mehr bereit, Geschenke in Form von kostenlosen Überstunden zur Erfüllung solcher arztfremden Tätigkeiten zu machen!