Beschlussprotokoll 105. Dt. Ärztetag 2002: Zu Punkt I der Tagesordnung: Gesundheits-, Sozial- und ärztliche Berufspolitik

I, 36 : Vergütung der Ärzte in den neuen Bundesländern

Beschlussprotokoll des 105. Deutschen Ärztetages vom 28.-31. Mai 2002 in Rostock

Auf Antrag von Dr. Bartsch, Prof. Dr. Schulze, Dr. Wolter, Dr. Crusius, Dr. Friebel, Prof. Dr. Beleites (Drucksache I-14) fasst der 105. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Der 105. Deutsche Ärztetag fordert die Vergütung ärztlicher Leistungen in den neuen Bundesländern unverzüglich dem Niveau der westlichen anzugleichen.

Begründung:
Ausgehend von der Sorge um die zukünftige Patientenbetreuung wird im 12. Jahr nach der Wiedervereinigung diese Forderung erhoben.

Die Altersstruktur der Ärzte in den neuen Bundesländern wird in den nächsten 5 Jahren die Versorgungssituation besonders im hausärztlichen Bereich dramatisch verschlechtern.

Innerhalb der nächsten 10 Jahre werden hier etwa 30 % ihre berufliche Laufbahn beenden. Der stationäre Bereich kann diese Versorgungslücke nicht schließen, da auch dort Ärzte fehlen.

Die gesetzlichen Krankenkassen verweigern eine angemessene Vergütung und halten das Niveau auf zzt. knapp 77 %. Deren Argumentationen hierfür akzeptieren die Ärzte nicht länger.

Junge Ärzte sollen dort ausreichende Bedingungen für ihr berufliches Aus- und Fortkommen finden, wo sie zu Hause sind. Deren Abwanderung ist ein sicheres Zeichen einer verfehlten Gesundheitspolitik.