Beschlussprotokoll 105. Dt. Ärztetag 2002: Zu Punkt III der Tagesordnung: Ärztinnen: Zukunftsperspektive für die Medizin

III, 3 : Flexible und familienfreundliche Arbeitszeitmodelle

Beschlussprotokoll des 105. Deutschen Ärztetages vom 28.-31. Mai 2002 in Rostock

Auf Antrag von Frau Dr. Berendes, Dr. Flenker und Dr. Thomas (Drucksache III-3) fasst der 105. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Die demotivierenden Arbeitsbedingungen für Ärztinnen und Ärzte, insbesondere in deutschen Krankenhäusern, sind seit dem letzten Deutschen Ärztetag auch der breiten Öffentlichkeit bewusst gemacht. Unbezahlte Überstunden, fehlender Freizeitausgleich und viele Dienste bestimmen unverändert die Tagesordnung.

Ärztinnen und Ärzte stimmen inzwischen mit den Füßen ab. Ungeachtet steigender Arztzahlen besteht zunehmend ein Ärztemangel in der akuten Patientenversorgung, der für die Zukunft Schlimmes befürchten lässt.

Die Arbeitszeitgestaltung für angestellte Ärztinnen und Ärzte bedarf einer nachhaltigen Reform und Verbesserung. Der 105. Deutsche Ärztetag fordert flexible und familienfreundliche Arbeitszeitmodelle, planbare Arbeitszeiten und die Schaffung von Teilzeitstellen.

Begründung:
Dem ärztlichen Arbeitsmarkt stehen Kolleginnen und Kollegen nur dann zur Verfügung, wenn familiäre Gegebenheiten berücksichtigt werden können. Dieses familien- und gesellschaftspolitische Anliegen muss in das Bewusstsein ärztlicher Arbeitgeber rücken. Das seit dem 1. Januar 2001 geltende Teilzeitgesetz darf keine Makulatur bleiben.

Nur kreative und korrekte Arbeitszeitgestaltung kann dazu beitragen, dem drohenden Ärztemangel zu begegnen.