Beschlussprotokoll 106. Dt. Ärztetag 2003: Zu Punkt V der Tagesordnung: Tätigkeitsbericht der Bundesärztekammer

1. Bürokratie eindämmen

Beschlussprotokoll des 106. Deutschen Ärztetages vom 20.-23. Mai 2003 in Köln

Auf Antrag von Dr. Ungemach, Dr. Mitrenga und Herrn Henke (Drucksache V-16) fasst der 106. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Der 106. Deutsche Ärztetag fordert den Gesetzgeber und die Krankenhausträger auf, alles zu unternehmen, um den bürokratischen Anteil der ärztlichen Arbeit im Krankenhaus zu verringern. Durch Dokumentation und Aktenführung, durch Entlassungsberichte, Ausfüllen von Anträgen, Bescheinigungen und Formularen sowie durch Korrespondenz mit Kostenträgern und MDK ist in den letzten Jahren der Anteil von Verwaltungsarbeit an der Gesamtarbeitszeit von Krankenhausärzten ständig gewachsen. Eine neue Untersuchung des Deutschen Krankenhausinstituts ergab, dass sich der durchschnittliche ärztliche Dokumentationsaufwand in der Chirurgie auf 2:42 Stunden je Arzt und Arbeitstag beläuft. In der Inneren Medizin beträgt der durchschnittliche Dokumentationsaufwand je Arzt und Arbeitstag 3:15 Stunden. Die Zeit, die für die Bürokratie notwendig ist, fehlt an der Zeit für menschliche Zuwendung. Dadurch wird das Arzt-Patienten-Verhältnis schwer belastet, die Grundlage für den Heilerfolg erschüttert und die Berufszufriedenheit von Ärzten vermindert.

Der Gesetzgeber ist deshalb aufgefordert, ärztliche Dokumentationen, Kodierungen usw. auf das Notwendige zu beschränken. Krankenhausträger sind aufgefordert, Dokumentations- und Verwaltungsaufwand einzudämmen und anwenderfreundlich zu gestalten. Dabei sind alle modernen technischen Möglichkeiten zu nutzen.