Zusatzbezeichnung Umweltmedizin

Beschlussprotokoll des 107. Deutschen Ärztetages vom 18.-21. Mai 2004 in Bremen

Der Antrag von Dr. Schwarzkopf-Steinhauser (Drucksache IV-23) wird zur weiteren Beratung an den Vorstand der Bundesärztekammer überwiesen:

Wiederaufnahme der Zusatzbezeichnung Umweltmedizin.

Die qualifizierte Patientenversorgung umweltmedizinischer Patienten ist durch den Wegfall der Zusatzbezeichnung Umweltmedizin in der neuen Weiterbildungsordnung gefährdet. Zur Sicherstellung der künftigen Patientenversorgung die Aufnahme der Zusatz-Weiterbildung Umweltmedizin in die Weiterbildungsordnung zum nächstmöglichen Zeitpunkt aufgenommen werden.

Umweltmedizin

Definition:
Die Zusatz-Weiterbildung Umweltmedizin umfasst die medizinische Betreuung von Einzelpersonen in Verbindung mit Umweltfaktoren.

Weiterbildungsziel:
Ziel der Zusatz-Weiterbildung ist die Erlangung fachlicher Kompetenz in Umweltmedizin nach Ableistung der vorgeschriebenen Weiterbildungszeit und Weiterbildungsinhalte.

Voraussetzungen zum Erwerb der Bezeichnung:
Anerkennung als Facharzt in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung
oder
48 Monate Weiterbildung in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung.

Weiterbildungszeit:

  • 6 Monate Weiterbildung gemäß § 5 Abs. 1 Satz 3
  • 120 Stunden Fallseminare einschließlich Supervision
  • 200 Stunden Kurs-Weiterbildungszeit gemäß § 4 Abs. 8

Weiterbildungsinhalt:
Erwerb von Kenntnissen, Erfahrung und Fertigkeiten in

  • Umwelttoxikologie/Biomonitoring
  • Umweltepidemiologie/Risikoabschätzung
  • Außenluftverunreinigungen/Innenraumbelastungen
  • Nahrung/Wasser/Abwasser
  • Boden/Abfall
  • Strahlung/Lärm
  • Wetter, Klima/Ökobilanzen
  • Umweltmedizinische Anamnese/Diagnostik/Differentialdiagnostik
  • Umweltmedizinische Therapie/Begutachtung
  • Umweltmedizinische Problemfälle/Psyche
  • Umweltmedizinische Prävention
  • Umweltschutz in Klinik und Praxis