Arztausweis, Gesundheitskarte, Telematik

Beschlussprotokoll des 107. Deutschen Ärztetages vom 18.-21. Mai 2004 in Bremen

Der Antrag von Dr. Bartsch (Drucksache VI-73) wird zur weiteren Beratung an den Vorstand der Bundesärztekammer überwiesen:

Die Ärzteschaft unterstützt die Einführung eines Arztausweises und einer Gesundheitskarte und fordert eine angemessene Berücksichtigung der Patienteninteressen und der geeigneten technischen Funktionalität, damit derzeitige Barrieren der Anwendung der Telematik im Gesundheitswesen überwunden werden können.

Begründung:

Die Ärzteschaft unterstützt die Einführung eines elektronischen Arztausweises und einer elektronischen Gesundheitskarte als Grundlage für eine moderne Form der Kommunikation im Gesundheitswesen, sofern das entscheidende Kriterium der Einführung der Nutzen für die Patienten sowie die breite Anwendbarkeit der Telematik durch die Ärzteschaft ist. Durch zahlreiche Pilotprojekte in einzelnen Bundesländern konnten bereits wichtige positive Erfahrungen bei der Umsetzung eines solchen Vorhabens gemacht werden. In Sachsen wurden zum Beispiel durch das Modellvorhaben "SaxTeleMed" wichtige Erkenntnisse zu den Bereichen Architektur, Programmschnittstellen und elektronischem Datenaustausch gewonnen und evaluiert.

Für das weitere Vorgehen der Politik sind aus diesem Grund die fachlichen Stellungnahmen und eine angemessene Beteiligung der Ärzteschaft zu berücksichtigen und in die Planung eines solchen Großprojektes einzubeziehen, damit die Lösung derzeitiger Grundprobleme der Telematikanwendung in den sich wandelnden Versorgungsstrukturen umfassend möglich wird sowie Fehlentwicklungen mit den Folgen begrenzter Nutzbarkeit und ein Vertrauensverlust in der Bevölkerung vermieden werden. Dazu ist eine gründliche praktische Erprobungsphase zwingend erforderlich.