Attraktivität der ärztlichen Tätigkeit in der Patientenversorgung stärken

Beschlussprotokoll des 107. Deutschen Ärztetages vom 18.-21. Mai 2004 in Bremen

Auf Antrag des Vorstandes der Bundesärztekammer (Drucksache VI-07) fasst der 107. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Der Deutsche Ärztetag appelliert an die Verantwortlichen, die Rahmenbedingungen der ärztlichen Tätigkeit durch eine umfassende Entbürokratisierung der ärztlichen Tätigkeit sowie durch eine Anpassung der Vergütung auf ein angemessenes Niveau und Aufrechterhaltung bzw. Schaffung ausreichender Kinderbetreuungsmöglichkeiten wieder so attraktiv zu gestalten, dass sich genügend deutsche Nachwuchsmediziner für kurative Tätigkeiten im deutschen Gesundheitswesen entscheiden.

Die Ergebnisse der jüngsten Ärztestatistik machen deutlich, dass dem Nachwuchsmangel an Ärzten in Deutschland begegnet wird, indem verstärkt Ärzte im osteuropäischen Ausland und Österreich angeworben werden. Vakante ärztliche Stellen in den Krankenhäusern der neuen Bundesländer können fast nur noch mit Ärzten aus Polen, Russland, der Ukraine, Tschechien und der Slowakei besetzt werden. Die Zahl der ausländischen Ärzte, die in den Krankenhäusern der neuen Bundesländer arbeiten, ist im Jahre 2003 um 56,4 % gestiegen, die Zahl der osteuropäischen Ärzte in diesen Krankenhäusern um 90,6 %. Ohne die ausgeprägte Zuwanderung ausländischer Ärzte in die neuen Bundesländer wäre die Zahl der berufstätigen Ärzte dort gesunken. Das bedeutet, dass das Gesundheitswesen in Deutschland in zunehmendem Maße von der Zuwanderung ausländischer Ärzte abhängig wird. Ohne einen erhöhten Zustrom an ausländischen Ärzten, der seit zwei Jahren zu beobachten ist, ist die Funktionsfähigkeit des deutschen Gesundheitssystems gefährdet.

Es ist wichtig, dass der Gesetzgeber die Rahmenbedingungen der ärztlichen Tätigkeit grundlegend verbessert, damit die kurative ärztliche Tätigkeit in unserem Land für inländische Nachwuchsmediziner wieder attraktiv wird. Diese wandern entweder in nicht-kurative Berufsfelder ab oder gehen ins Ausland, um dort ihre ärztliche Tätigkeit unter wesentlich attraktiveren Umfeldbedingungen ausüben zu können.