Ächtung und Nichtbeteiligung von Ärzten bei der Anwendung von Folter

Beschlussprotokoll des 107. Deutschen Ärztetages vom 18.-21. Mai 2004 in Bremen

Auf Antrag von Dr. Girth (Drucksache VI-42) fasst der 107. Deutsche Ärztetag einstimmig folgende Entschließung:

Der 107. Deutsche Ärztetag bekräftigt die in den Deklarationen von Hamburg (1997) und Tokio (1975) ausgesprochene Ächtung und Nichtbeteiligung von Ärzten bei der Anwendung von Folter und Grausamkeiten. Eine "angemessene ärztliche Beobachtung" bei Verhörmethoden, wie kürzlich vom Pentagon gefordert, also eine sozusagen qualitätsgesicherte Folter, kommt daher für Ärztinnen und Ärzte nicht in Frage.

Da die Wünsche nach Beteiligung von Ärzten an staatlichen Gewaltmaßnahmen zunehmen, sind ethisch klare Grenzziehungen auch in unserem Land besonders wichtig.