Erhalt der Freiberuflichkeit des Arztes

Beschlussprotokoll des 108. Deutschen Ärztetages vom 03.-06. Mai 2005 in Berlin

Auf Antrag von Herrn Bodendieck (Drucksache I-07) fasst der 108. Deutsche Ärztetag mit großer Mehrheit folgende Entschließung:

Der ärztliche Berufsstand ist seiner Natur nach ein freier Beruf und er muss es auch bleiben.

Es ist unverrückbar festzustellen, dass der Beruf der Ärztin, des Arztes ein freier Beruf ist. Die spezifische ärztliche Tätigkeit ist mit einer besonderen Verantwortung für den Menschen wie auch für das Allgemeinwohl belegt.

Die Ärzteschaft selbst muss sich immer wieder ihrer hohen Verantwortung bewusst werden.

Diese kommt nicht zuletzt dadurch zum Ausdruck, dass zum Wohle der Patienten bei überbordender Bürokratie, bei verknappenden Finanzmitteln, bei Missachtung durch Verantwortliche des Staates, ausufernden Arbeitszeiten, Rationierung und vielem mehr, täglich viele Patientinnen und Patienten nach dem besten Wissen und dem Stand der Medizin behandelt werden.

Die Ärzteschaft hat sich in großen Teilen bereits über Jahre regelmäßig fortgebildet, da dies Inhalt ihres Berufsbildes ist.

Nicht zuletzt dem engagierten Einsatz aller Ärztinnen und Ärzte in der Bundesrepublik Deutschland ist es zu danken, dass das Deutsche Gesundheitssystem weltweit einen vorderen Platz einnimmt.

Die Deutsche Ärzteschaft lehnt es ab, weiterhin als "Untertan" der Gesundheitspolitik versteckte Rationierung, verfehlte Wirtschaftspolitik und mangelnde Kommunikation umzusetzen. Die ärztliche Tätigkeit schließt dirigistische Eingriffe durch die Politik aus.

Die deutsche Ärzteschaft lehnt es ab, bei wachsenden Anforderungen in Praxis und Klinik durch die Arbeitszeitregelungen oder Punktmengenbegrenzung statistisch entlastet zu werden, aber dafür einen erheblichen Einbruch ihrer Vergütung hinnehmen zu müssen.

Die deutsche Ärzteschaft fordert von Politik und Wirtschaft entsprechend ihrer hohen Verantwortung für die Gesellschaft und ihrem Wissen um den Menschen in hohem Maße an den Reformprozessen gestaltend beteiligt zu werden.

Dabei ist es von entscheidender Bedeutung, dass auf allen Seiten eine Rückbesinnung auf die Werte und Inhalte des Berufsstandes Ärztin/Arzt erfolgt.