Beschlussprotokoll des 108. Deutschen Ärztetages vom 03.-06. Mai 2005 in Berlin

Gegen Staatsmedizin, Bürokratie und Ökonomisierung der Medizin

Beschlussprotokoll des 108. Deutschen Ärztetages vom 03.-06. Mai 2005 in Berlin

Auf Antrag von Dr. Thomas (Drucksache I-04) fasst der 108. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Der Deutsche Ärztetag tritt für ein pluralistisches, freiheitliches und liberales Gesundheitssystem ein. Der Deutsche Ärztetag wehrt sich entschieden gegen zunehmend dirigistische Tendenzen in Richtung einer Staatsmedizin und der Errichtung neuer bürokratischer Hemmnisse im Gesundheitswesen. Die deutsche Ärzteschaft darf nicht zulassen, dass Innovationen im Interesse einer vordergründigen Ökonomie verhindert werden.

Begründung:

In Folge des GMG haben bürokratische Auswüchse und Reglementierungen ein bisher nicht gekanntes Ausmaß erreicht. Die Politik schafft ständig neue Institutionen und Kontrollinstanzen. Man möchte Sicherheit durch Gremienentscheidungen am grünen Tisch, an dem die Verantwortung so lange zerteilt wird, bis sie nicht mehr zugeordnet werden kann.

Die Strategie einer Listenmedizin ist durchsichtig: Ärzte sollen dazu gezwungen werden, statt einer individuellen Medizin eine nur DMP-gelenkte Medizin zu praktizieren, die vor allem einen Vorzug hat: dass sie nämlich durchweg billiger ist.