Beschlussprotokoll des 108. Deutschen Ärztetages vom 03.-06. Mai 2005 in Berlin

Qualifikation medizinischer Fachangestellten in hausärztlichen Praxen

Beschlussprotokoll des 108. Deutschen Ärztetages vom 03.-06. Mai 2005 in Berlin

Der Antrag von Dr. Kaplan (Drucksache II-05neu) unter Berücksichtigung der Anträge von Frau Dr. Keller (Drucksache II-05aneu) und Dr. Thierse (Drucksache II-05b) wird zur weiteren Beratung an den Vorstand der Bundesärztekammer überwiesen:

Im Sinne der Arbeitsentlastung der in der vertragsärztlichen Versorgung verbleibenden Ärztinnen und Ärzten ist die Einführung eines berufsbegleitenden Modul zur speziellen Qualifikation der medizinischen Fachangestellten in der vertragsärztlichen Versorgung zur Unterstützung des Hausarztes in der Prävention, der Betreuung und der Durchführung deligierbarer nichtärztlicher Leistungen in hausärztlicher Verantwortung sinnvoll.

Diese Qualifikation befähigt zur Unterstützung des Hausarztes bei z. B.

  1. der Betreuung chronisch Kranker (z. B. bei der Betreuung von Diabetikern, der Behandlung des chronisch venösen Ulcus, beim Anlegen und Wechseln von Verbänden, der Koordination mit anderen Heilberufen etc.)
  2. der Patientenschulung (z. B. Diabetes, Hypertonie, Ernährungsberatung)
  3. der Betreuung bettlägeriger Patienten im Rahmen von Hausbesuchen

Begründung:

Bei der zu erwartenden Zunahme des Ärztemangels mit der dadurch verbundenen Mehrbelastung der verbleibenden Ärzte ist es sinnvoll, durch besondere Qualifizierung der Mitarbeiterinnen eine Entlastung von Ärztinnen und Ärzten herbeizuführen. Hierbei ist darauf zu achten, dass die medizinische Versorgung unserer Patientinnen und Patienten in den Händen und der Verantwortung der Ärzteschaft bleibt.