Beschlussprotokoll des 108. Deutschen Ärztetages vom 03.-06. Mai 2005 in Berlin

Arbeitsbedingungen von Krankenhausärzten

Auf Antrag von Dr. Pickerodt, Dr. Albers, Dr. Schwarzkopf-Steinhauser und Frau Dr. Schule (Drucksache VIII-12) fasst der 108. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

In Sorge um die Patienten in den deutschen Krankenhäusern, in denen sich die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten dramatisch verschlechtern, worunter die Versorgung der Patienten leidet, fordert der 108. Deutsche Ärztetag von den Krankenhausbetreibern und den Krankenkassen für alle Ärztinnen und Ärzte:

  1. Die Versorgungsqualität für die Patienten muss gewährleistet sein. Deswegen darf es keinen weiteren Abbau von Arztstellen in den Krankenhäusern geben.
  2. Da das aktuelle ärztliche Wissen die Basis für die Qualität der Behandlung ist, müssen Fort- und Weiterbildung durch entsprechende Dienstbefreiung sowie interne Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen des Krankenhausbetreibers sichergestellt werden.
  3. Die Einführung fachübergreifender Bereitschaftsdienste ist abzulehnen.
  4. Menschliche Arbeitsbedingungen für Ärztinnen und Ärzte müssen Realität werden. Die notwendigen Bedingungen für die Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes einschließlich der EU-Richtlinien müssen hergestellt werden.
  5. Die Existenzsicherung der Ärztinnen und Ärzte muss garantiert sein durch unbefristete Arbeitsverträge in der Weiterbildung und für Fachärzte sowie durch die Einhaltung des Flächentarifvertrages und die Wiederherstellung tariflich gesicherter Arbeitsbedingungen mindestens auf erreichtem BAT-Niveau.
  6. Ärzte müssen von nichtärztlichen Tätigkeiten, insbesondere von redundanter Verwaltungstätigkeit entlastet werden.

Begründung:

Der Wettbewerb unter den Krankenhäusern findet derzeit weitgehend als ein Wettbewerb um Kostensenkung und nicht um Qualität der Patientenversorgung statt. Darunter leiden die Patienten, aber auch die Ärztinnen und Ärzte, die die Zuwendung zum Patienten als essentiellen Bestandteil ihres Berufes verstehen. Die Folge dieser Entwicklung ist eine Demotivation vor allem der jüngeren Ärztinnen und Ärzte. Dies muss Folgen haben für die Zukunft der medizinischen Versorgung der Bevölkerung, die in allen Konsequenzen noch gar nicht absehbar sind.