Ärztemangel und Ärzteflucht in Deutschland stoppen

Auf Antrag von PD Dr. Scholz und Dr. Hecker (Drucksache I-13) fasst der 109. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Der Deutsche Ärztetag und die Bundesärztekammer fordern von der deutschen Politik endlich Sofortmaßnahmen zu ergreifen, um die Flucht von gut ausgebildeten Medizinern aus Deutschland ins Ausland zu bremsen. Der ungehemmte Anstieg von abwandernden Medizinern aller Fachrichtungen ins europäische und ins außereuropäische Ausland sind so eklatant, dass in den nächsten Jahren kein Ersatz für die ausscheidenden Ärzte (egal ob angestellt oder niedergelassen) zur Verfügung steht, dies obwohl genügend Studierende im Fach Humanmedizin das Studium absolvieren. Diese Subvention von europäischen Nachbarn, die nicht genügend Mediziner ausbilden, kann sinnvoller in das deutsche Gesundheitssystem investiert werden. Dem klar erkennbaren Facharztmangel mit steigender Tendenz darf der Öffentlichkeit nicht verschwiegen werden, damit die Politik sich in der Zukunft nicht hinter dem Mangel verstecken kann, um nicht mehr erbringbare Leistungen im Gesundheitssystem wieder auf die Ärzte abzuschieben.

Begründung:

Alleine in Hessen hat sich von 2003 auf 2005 die Zahl der "Certificates of good standing" um das Dreifache erhöht. Im Jahr 2006 sind alleine bis Mitte Mai mehr als 30&nbpsp;% Certificates als im ganzen Jahr 2005 ausgestellt worden. Ironischerweise gehen selbst polnische Kollegen nicht mehr nach Deutschland (West), sondern nach Irland, wo sie im Bereitschaftsdienst mit Stundenvergütung im Schnitt das Zwei- bis Dreifache gegenüber einem Angestellten in der Bundesrepublik Deutschland erhalten.