Patienten wollen ihren niedergelassenen Facharzt behalten

Auf Antrag von Frau Haus (Drucksache I-16) fasst der 109. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Der Deutsche Ärztetag fordert die Bundesregierung auf, unbedingt die wohnortnahe fachärztliche Versorgung zu erhalten.

Begründung:

Die Abschaffung der so genannten "Zweiten Facharztschiene" wird vom Bundesgesundheitsministerium nur betrieben, um die fachärztliche Versorgung zu rationieren. Die niedergelassenen Fachärzte sind nicht teurer als die an den Kliniken ambulant arbeitenden Fachärzte. Wenn man aber, wie geplant, die niedergelassenen Fachärzte abschafft, gibt es weniger Fachärzte, also auch insgesamt weniger fachärztliche Leistung. Die englischen, skandinavischen und niederländischen Verhältnisse sind abschreckende Beispiele: Durch Verknappung und damit verbundene Wartezeiten werden Leistungen auf dem Rücken der Patienten eingespart. Da das Bedürfnis der Bürger, fachärztlich behandelt zu werden, auch im so genannten Versorgerbereich (u. a. Hautärzte, Gynäkologen, Nervenärzte, Orthopäden) unvermindert vorhanden ist, blüht in den genannten ausländischen Systemen die Zwei-Klassen-Medizin: Wer es sich leisten kann, geht zum Facharzt - zeit- und ortsnah nur auf private Rechnung. Hier wird die Heuchelei der Gesundheitsministerin deutlich, die von Leistungsgerechtigkeit durch Abschaffung der PKV-Leistungen spricht und sehenden Auges die Zwei-Klassen-Medizin für die fachärztliche Versorgung einläutet.