Transparenz bei Arzneimittelpreisen

Auf Antrag von Dr. Heinz (Drucksache VII-14) fasst der 109. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Der Ärztetag fordert vom Gesetzgeber die Schaffung der gesetzlichen Voraussetzungen für eine Transparenz bei der Kalkulation von Medikamentenpreisen, insbesondere im Bereich der Generika. Die Kalkulation der ärztlichen Leistung ist zu 100 % transparent, wir fordern hier eine Gleichbehandlung.

Begründung:

Im Verordnungsbereich des Arzneimittelmarktes sind die Gesetze des Freien Marktes hinsichtlich Angebot und Nachfrage nicht gültig. Die Pharmaka werden nicht vom Verbraucher nachgefragt, sondern verordnet. Der Endverbraucher ist über den Preis des von ihm konsumierten Produktes nicht informiert. Es gibt für ihn keinen Anlass, nach einem günstigeren Produkt zu fragen. Diese besondere Konstellation ermöglicht es den Herstellern, ohne die Regelmechanismen des freien Marktes, weit überhöhte Preise zu verlangen.

Dies sei am Beispiel des Wirkstoffes Omeprazol verdeutlicht:

Zu den am besten gehüteten Geheimnissen der Industrie gehören die Einkaufspreise der Wirkstoffe. Es ist aus sicherer Quelle bekannt, dass einer der größten deutschen Generikaanbieter den Wirkstoff Omeprazol im Wirkstoffgroßhandel zu einem Kilopreis von 500 Euro bezieht.

Eine Verkaufspackung mit 100 Kps. Omeprazol 20 mg enthält somit nur Wirkstoff für 1 Euro.

Eine Packung mit 100 Kapseln herzustellen, inklusive Qualitätskontrolle, Druck und Material, kostet maximal 2 Euro (ASS ist zu 100 Tabletten für 2,80 Euro im Handel und hier macht man auch noch Gewinn). Somit ergibt sich ein Herstellungspreis von etwa 3 Euro. Der Apothekenverkaufspreis bewegt sich bei 22 verschiedenen Herstellern in Deutschland in einer Spanne von 82,78 bis 99,90 Euro und ist in keiner Weise nachvollziehbar. De facto handelt es sich hier um eine Lizenz zum Plündern der Krankenkassen. Gleichzeitig prahlen diese Firmen mit ihren enormen Preisnachlässen und erwecken so den Eindruck knappster Kalkulation.