Mangelnde Katastrophenvorsorge

Auf Antrag des Vorstandes der Bundesärztekammer (Drucksache VII-08) unter Berücksichtigung des Antrages von Dr. Josten, Frau Dr. Gitter, Prof. Dr. Knichwitz und Frau Dr. Bunte (Drucksache VII-08a) fasst der 109. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Vor dem Hintergrund der Bedrohung der Bevölkerung durch Katastrophen fordert der Deutsche Ärztetag die Verantwortlichen aller Ebenen in Bund und Ländern, unter Einbeziehung der weiteren zuständigen Behörden und Organisationen auf, Grundlagen zu schaffen, dass die Umsetzung der "Neuen Strategie zum Schutz der Bevölkerung in Deutschland" [1], Beschluss der Ständigen Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder 2002, gewährleistet ist.

Maßnahmepläne und Umsetzungsstrategien, die eine reibungslose und erfolgreiche Schadensbekämpfung durch ein effizientes Zusammenwirken aller betroffenen Stellen (horizontale und vertikale Ebenen) sichern sollen, müssen beispielsweise vor dem Hintergrund der aktuellen Erfahrungen der Überschwemmungen und der Bedrohung durch die Vogelgrippe auf den Prüfstand gestellt werden.

Der besonderen Herausforderung der Kommunikation und Arbeit an den Schnittstellen ist durch geeignete Maßnahmen jenseits von schriftlichen An- und Verordnungen zu begegnen. Dies muss auf und von allen politischen, administrativen und operativen Ebenen verfolgt werden. "Nicht leistbare Vorsorgeziele" sind der Bevölkerung offen zu benennen (Beispiel: Diskussion Krankenhausbettenvorhaltung).

Die Diagnosis Related Groups (DRGs) führen zu Personal- und Bettenabbau in den vorhandenen Krankenhäusern und zur Schließung von Krankenhäusern. Sie sichern nicht die Finanzierung von Vorhaltekosten für Großschadensfälle und Katastrophen. Die Reservelazarett-Organisation der Bundeswehr ist weitgehend aufgelöst, gleiches gilt für die Vorsorge im Zivilschutz.


[1] Download: http://www.bbk.bund.de (Suchfunktion: WissenschaftsForum, Band 4)