4. Abwanderung von Ärztinnen und Ärzten

Auf Antrag von Frau E. Köhler (Drucksache I-04) fasst der 110. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Der Deutsche Ärztetag fordert, die Arbeitsbedingungen insbesondere für junge Assistenz- und Fachärzte grundlegend zu verbessern, um dem Ärztemangel und dadurch drohendem Qualitätsverlust an deutschen Kliniken entgegen zu wirken. Das betrifft die Forderung nach einer dauerhaft gesicherten und angemessenen Honorierung ärztlicher Leistungen, die Einführung einer vertretbaren Arbeitszeit, eine weitgehende Entlastung bei Verwaltungsaufgaben, eine kontinuierliche und zuverlässige Weiterbildung sowie Möglichkeiten für eine Kinderbetreuung.

Begründung:

Gegenwärtig entscheiden sich nur noch etwa die Hälfte der examinierten Medizinstudenten für den Arztberuf im kurativen Bereich. Die teils nicht akzeptablen Rahmenbedingungen während der Assistenzarztzeit und darüber hinaus ermutigen weitere Ärzte, der kurativen Medizin den Rücken zu kehren oder ins Ausland abzuwandern. Der Altersdurchschnitt der deutschen Fachärzte liegt jenseits der 50 Jahre. Nicht nur in Teilen der Neuen Bundesländer, sondern auch in ländlichen Gebieten der großen Flächenländer ist eine ausreichende medizinische Versorgung schon jetzt nicht mehr garantiert.

Um diesem Trend entgegen zu wirken und eine nachhaltige Sicherstellung ärztlicher Behandlung zu gewährleisten, müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die die Motivation zum Ausüben des Arztberufes in Deutschland erhöhen. Ein wichtiger Grund für den Ärztemangel in den neuen Bundesländern ist die ungleiche Bezahlung, stationär wie ambulant. Deshalb fordern wir gleiche Bezahlung in Ost und West.