6. Förderung der Ausbildung und Fortbildung (ggf. Weiterbildung) zum Thema "Häusliche Gewalt"

Auf Antrag von Frau Dr. Goesmann (Drucksache III-08) beschließt der 110. Deutsche Ärztetag:

Die Delegierten des 110. Deutschen Ärztetags appellieren an die Deutsche Ärzteschaft, insbesondere an die betroffenen Fachgruppen (z. B. Pädiater, Hausärzte, Kollegen des öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD), Chirurgen und Gynäkologen), im Rahmen ihrer Betreuung von Familien, Kindern und Notfallopfern auf Zeichen häuslicher Gewaltanwendung zu achten und betroffene Patienten und Familien adäquat kurativ wie präventiv zu betreuen.

Um dies zu unterstützen, sollten:

  • Studierende zum Thema "häusliche Gewalt" regelhaft unterrichtet werden (z. B. in den Fächern Allgemeinmedizin oder Rechtsmedizin);
  • ein Fortbildungsmodul "häusliche Gewalt" in die 80-Stunden-Blöcke zur psychosomatischen Grundversorgung aufgenommen werden (wie dies schon in Niedersachsen praktiziert wird);
  • praxisrelevante Veranstaltungen (wie das bundesweit einsetzbare 4-stündige Fortbildungsmodul "Häusliche Gewalt" aus Niedersachsen) angeboten werden;
  • in Notfallambulanzen (Chirurgie, Gynäkologie, Kinderklinik) die bei verschiedenen Landesärztekammern verfügbaren Leitfäden, Untersuchungsbögen und Informationsmaterialien für Ärzte und Patienten genutzt werden;
  • interprofessioneller Austausch mit Polizeibehörden, Jugendämtern, Schule, dem öffentlicher Gesundheitsdienst (ÖGD) in Form von gemeinsamen Fortbildungs- und Diskussionsveranstaltungen gesucht und gepflegt werden.