23. Versorgung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher

Auf Antrag von Frau Dr. Ende, Dr. Peters und Dr. Dr. Fröhlich (Drucksache III-25) beschließt der 110. Deutsche Ärztetag:

Zur Verbesserung der ärztlichen Versorgung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher müssen bestehende Versorgungsangebote ausgebaut und angemessen finanziert werden. Die Bundesärztekammer wird aufgefordert, sich bei Politik und Kassenärztlichen Vereinigungen dafür einzusetzen, dass das Versorgungspotential im Fachgebiet Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie ausgebaut wird. Hierzu gehören insbesondere die sozialpsychiatrische Versorgung mit Erhalt der Sozialpsychiatrie-Vereinbarung, Kooperationsmodelle mit Kinder- und Jugendärzten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Jugendhilfe u. ä. und angemessene Honorierung aller Leistungen, vor allem in unterversorgten Gebieten.

Begründung:

Der Mangel an Fachärzten für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie wird vielerorts beklagt. Gleichzeitig wird aber in unterversorgten Gebieten bei Neuzulassungen kein zusätzliches Honorar zur Verfügung gestellt, so dass kinderpsychiatrische Leistungen nicht mehr angemessen honoriert und Praxen insolvent werden. Um sozial benachteiligte unterprivilegierte Kinder und Jugendliche mit komplexen Störungsbildern zu behandeln, sind sozialpsychiatrische Maßnahmen und  Kooperationsmodelle notwendig, deren Erhalt und Ausbau strukturell und finanziell unterstützt werden müssen.