6. Dringender Ausbau bedarfsgerechter und qualitätsorientierter Kinderbetreuungseinrichtungen

Der Antrag von Frau Dr. Bühren, Frau Dr. Borelli, Dr. Emminger, PD. Dr. Lindhorst und Dr. Boie (Drucksache V-85) wird zur weiteren Beratung an den Vorstand der Bundesärztekammer überwiesen:

Der Deutsche Ärztetag begrüßt die Bemühungen der Politik, endlich auch in Deutschland entsprechend dem EU-Standard ausreichend viele Kinderbetreuungsplätze für Kinder bis zum Alter von drei Jahren qualitätsorientiert – insbesondere auch im Hinblick auf eine adäquate Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher – bereit zu stellen.

Laut Statistischem Bundesamt sind 3,1 Millionen der insgesamt 4,3 Millionen Beschäftigten im Gesundheitswesen Frauen. Das entspricht einem Anteil von 72,3 %, in der Gesamtwirtschaft liegt er bei 44,9 % (Daten für 2005).

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen, die Kinder haben, sind in besonderem Maße auf Krippen, Kindergärten und Horte mit arbeitszeitkompatiblen Öffnungszeiten angewiesen. Viele sind zudem im Schichtdienst tätig und müssen selbstverständlich auch an Sonn- und Feiertagen den Dienst am Kranken versehen.

Begründung:

In allen Beschäftigungsbereichen in Klinik, Praxis und Forschung sind Ärztinnen und Ärzte als Eltern darauf angewiesen, dass sie ihre Kinder in allen Altersgruppen während ihrer Arbeitszeit gut betreut wissen. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie muss schnellstmöglich deutlich verbessert werden, sonst werden weiterhin zu viele Ärzte und Ärztinnen ins Ausland abwandern oder nicht in dem zeitlichen Ausmaß berufstätig sein können, wie sie es selbst wünschen und wie es für die Krankenversorgung erforderlich wäre. Gleichfalls gehen der Wissenschaft vor allem die Forschungsimpulse der jungen Wissenschaftlerinnen verloren, deshalb hat das 209. Plenum der Hochschulrektorenkonferenz im November 2006 entsprechend in seiner Zusammenfassung der wichtigsten Erfordernisse auf die Lösung der Probleme der Vereinbarkeit hingewiesen, die durch die zeitliche Parallelität von Elternschaft und karriererelevanter Qualifizierung entstehen.