6. Bologna-Prozess

Auf Antrag von Herrn F. Stagge und Prof. Dr. Bertram (Drucksache V-86) fasst der 110. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Erhalt des hochwertigen Staatsexamens für den medizinischen Studiengang – keine Bachelorisierung in der Medizin

Am 17. und 18. Mai 2007 werden die für Hochschulbildung zuständigen Minister aus 45 europäischen Ländern in London zusammenkommen, um die Fortschritte zu erörtern, die im Rahmen des Bologna-Prozesses mit dem Ziel, bis 2010 einen europäischen Hochschulraum zu schaffen, erzielt wurden.

Der Deutsche Ärztetag nimmt daher mit Sorge den Antrag der Bündnis 90/DIE GRÜNEN an den Bundestag zum Bologna-Prozess zur Kenntnis, der sich auch auf das Medizinstudium bezieht (in Absatz II 8. des Antrages).

Der 110. Deutsche Ärztetag setzt sich gegen eine Übertragung des "Bologna-Prozesses" auf den Medizinstudiengang ein. Dieser sieht im Rahmen der EU-weiten gegenseitigen Anerkennung von Studienabschlüssen in zahlreichen Studiengängen eine Zweiteilung in Bachelor- und Masterstudium vor. Mit dem Abschlussgrad eines Bachelors wird ein halbmedizinischer Zwischenberuf geschaffen, für den im Medizinbetrieb keine Verwendung ist.

Der 110. Deutsche Ärztetag lehnt die Einführung des Bachelor im Rahmen des Bologna-Prozesses für das Medizinstudium ab.

Das einheitliche und hochwertige Medizinstudium mit dem Abschluss "Staatsexamen" muss erhalten bleiben und eine modulare Zerfaserung des Studiums muss verhindert werden.