20. Pharmaindustrie - Mein Essen zahl ich selbst (MEZIS)

Auf Antrag von Dr. Schwarzkopf-Steinhauser, Dr. Munte und Dr. Joas (Drucksache V-91) beschließt der 110. Deutsche Ärztetag:

Die immer subtileren Marketingmaßnahmen der Pharmaindustrie sind für die Ärztinnen und Ärzte kaum noch durchschaubar. Deshalb begrüßt der 110. Deutsche Ärztetag in Münster die Gründung der Initiative MEZIS "Mein Essen zahl ich selbst".

Der Vorstand der Bundesärztekammer sowie die Vorstände der Landesärztekammern werden gebeten, die Initiative zu unterstützen und sie z. B. in ihren Ärzteblättern entsprechend bekannt zu machen.

Der diesjährige Träger der Paracelsus-Medaille, Prof. Dr. Müller-Oerlinghausen, Gründungsmitglied von MEZIS sei hier zitiert: "dass den einseitigen Werbeanstrengungen der Arzneimittelhersteller etwas entgegengesetzt werden muss".

Begründung:

Rund 15 000 PharmareferentInnen reisen durchs Land, um ÄrztInnen neue Medikamente und deren Vorzüge nahe zu bringen – und die Hersteller wollen ihre Werbestrategien noch intensivieren. Dabei gehen pharmazeutische Unternehmen und ihre AußendienstmitarbeiterInnen, die auch auf Kongressen und Messen Präsenz zeigen, durchaus planmäßig vor. Auf der Homepage www.mezis.de können sie lesen: "Mit langem Atem und zusammen mit dem Marktforschungsinstitut IMS analysieren sie das Verschreibungsverhalten jedes Verschreibers und beeinflussen es durch Gespräche, Bücher, Ärztemuster und andere geldwerte Leistungen.".

Nur durch zunehmende Einschränkung des direkten Ärztekontaktes kann diese einseitige, unvalidierte Information über Pharmaka unterbunden werden.