5. Verbesserung der Situation Pflegebedürftiger

Auf Antrag von Dr. Albrecht und Dr. Wyrwich (Drucksache V-36) fasst der 110. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Wir fordern die zuständigen Gremien in Politik und Verbänden auf, die hausärztliche und fachärztliche Versorgung von Heimbewohnerinnen und Heimbewohnern sowie anderer pflegebedürftiger Menschen zu stärken. Bei der anstehenden Reform der Pflegeversicherung muss die Ärzteschaft frühzeitig mit einbezogen werden.

Des Weiteren fordern wir erneut, das Thema "Sicherung einer umfassenden Versorgung pflegebedürftiger Menschen" zu einem Tagesordnungspunkt des nächsten Deutschen Ärztetags zu machen.

Begründung:

In Deutschland leben derzeit etwa 650.000 Menschen in Pflegeheimen, eine weit größere Anzahl von Pflegebedürftigen wird zu Hause von Angehörigen und Pflegediensten betreut. Aufgrund der demographischen Entwicklung und des medizinischen Fortschritts steigt die Lebenserwartung und damit auch die Zahl der alten und pflegebedürftigen Menschen stetig an. Die ärztliche, pflegerische und soziale Versorgung vieler pflegebedürftiger Menschen ist dabei zunehmend unzureichend.

Es muss Teil des ärztlichen Selbstverständnisses sein und bleiben, allen Patientinnen und Patienten ein möglichst gesundes Alter und bei Pflegebedürftigkeit und Krankheit eine hochwertige medizinische Versorgung und Lebensqualität zu ermöglichen.

Dazu gehören neben der professionellen ärztlichen Tätigkeit auch gezielte Fort- und Weiterbildung der haus- und fachärztlich tätigen Ärzte und der Angehörigen anderer Gesundheitsberufe, die an der Versorgung alter und pflegebedürftiger Menschen beteiligt sind.

Die Ärztinnen und Ärzte, die die medizinische Versorgung pflegebedürftiger Menschen in Heimen, anderen Wohnformen oder zu Hause übernehmen müssen darin unterstützt werden, dies auf fachlich hohem Niveau und für eine angemessene Vergütung tun zu können.