2. Medizinische Assistenzberufe

Der Antrag von Prof. Dr. Bach und Herrn E. Bodendieck (Drucksache V-57) wird zur weiteren Beratung an den Vorstand der Bundesärztekammer überwiesen:

Der 110. Deutsche Ärztetag 2007 fordert den Vorstand der Bundesärztekammer auf, dem Phänomen einer zunehmenden "Entprofessionalisierung" der ärztlichen Tätigkeit durch Akademisierungen und Teilqualifizierungen medizinischer Assistenzberufe sowie deren schrittweise Herauslösung aus der ärztlichen Gesamtverantwortung über therapeutische Prozesse besondere Aufmerksamkeit zu schenken und das Thema in Vorbereitung auf den 111. Deutschen Ärztetag 2008 in einer Arbeitsgruppe weiter zu verfolgen.

Begründung:

In den letzten Jahren zeigt sich eine zunehmende Tendenz – sicher im Interesse der Verbesserung der medizinischen Betreuung der Bevölkerung, aber möglicherweise auch zur Durchsetzung berufsständischer Interessen –, bisherige so genannte medizinische Assistenzberufe zu akademisieren und von der ärztlichen Gesamtverantwortung zu lösen.

Hierzu gehören etwa die Einführung von Studiengängen (z. B. Pflege, Physiotherapie) oder die Diskussionen um die Rettungsassistenten, die anästhesietechnischen Assistenten sowie die operationstechnischen Assistenten und schließlich auch die „Schwester-AGnES-Diskussionen“.

Zwei Gründe sprechen aus Sicht der Antragsteller dafür, hierzu einen Ärztetagsbeschluss herbeizuführen:

  • Die Qualität der Patientenbetreuung darf nicht durch Parzellierung des Betreuungsprozesses und durch Parallelisierung eigentlich komplexer und teambezogener Handlungsabläufe und damit durch Verlust einer klaren Verantwortungshierarchie gefährdet werden.
  • Die damit unweigerlich verbundene Einengung der ärztlichen Handlungsfelder mit den damit verbundenen wirtschaftlichen Implikationen ist aus berufsständischer Sicht auch im Auge zu behalten.