4. Verbesserung der Darstellung und Vertretung der ärztlichen Kompetenzen

Auf Antrag von Frau B. Löber-Kraemer, Herrn B. Zimmer, Frau Dr. Groß und Dr. Kaplan (Drucksache V-101) fasst der 110. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Mit Sorge sehen wir Ärzte, dass immer mehr ärztliche Tätigkeiten außerhalb unserer ärztlichen Verantwortung erbracht werden oder erbracht werden sollen.

In diesem Zusammenhang würdigt der Deutsche Ärztetag das Engagement der Bundesärztekammer, die psychische Dimension von Erkrankungen inklusive ihrer psychosozialen, psychosomatischen und psychotherapeutischen Aspekte nach dem 109. Deutschen Ärztetag verstärkt öffentlich thematisiert und vertreten zu haben. Damit wirkt er den sich bei diversen Berufen im Gesundheitsbereich abzeichnenden Tendenzen entgegen, ärztliche Tätigkeiten übernehmen zu wollen.

Der Vorstand der Bundesärztekammer wird aufgefordert, seine bisherigen Klarstellungen der Definition von ärztlichen Kompetenzen und ihren Schnittstellen zu anderen Heil- und Gesundheitsberufen noch weiter zu intensivieren und zu präzisieren.

Begründung:

Beispielhaft wird verwiesen auf die seit Inkrafttreten des Gesetzes für die Berufe der Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten dort deutlich werdenden Bestrebungen (wie z. B. die Verschreibung von Medikamenten) dieser bereits verkammerten neu geschaffenen Heilberufe. Im Bereich der Allgemeinmedizin, Augenheilkunde, Hals-Nasen- und Ohrenheilkunde u. a. zeichnen sich analoge Tendenzen ab. Es ist Aufgabe der Ärzteschaft, einerseits sinnvolle Kooperationen zu gestalten, andererseits aber auch durch Klarstellungen die Patienten zu schützen vor nur scheinbar effizienteren Versorgungsangeboten außerhalb ärztlicher Verantwortung.