10. Ulmer Papier als Grundlage zur Diskussion

Auf Antrag von Herrn Henke, Herrn Dr. med. Botzlar, Herrn Dr. med. Ungemach, Herrn Dr. med. Emminger und Herrn PD Dr. med. Scholz (Drucksache I - 04) beschließt der 111. Deutsche Ärztetag:

Der 111. Deutsche Ärztetag sieht in den von ihm verabschiedeten „Gesundheitspolitischen Leitsätzen der Ärzteschaft (Ulmer Papier)" die Grundlage und den Beginn der innerärztlichen Diskussion.

Er spricht sich dafür aus, von diesem Ausgangspunkt aus die gesundheitspolitischen Positionen der Ärzteschaft kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Das Ulmer Papier ist kein Ersatz für das Blaue Papier und dessen Aufgabe einer umfassenden programmatischen Standortbestimmung der Ärzteschaft.

Der Deutsche Ärztetag spricht sich dafür aus,

  • eine Arzt-Patientenbeziehung so zu gestalten, dass sie sich an der Individualität des erkrankten Menschen ausrichtet und auf Therapiefreiheit einerseits und freier Arztwahl andererseits basiert;
  • den Arztberuf als freien Beruf in seinen Kernelementen zu bewahren, fortzuentwickeln und wesensfremde Elemente abzuwehren;
  • Fehlentwicklungen im Gesundheitswesen infolge einer Überbetonung von Ökonomie und Rationalisierungspotenzialen entgegenzutreten;
  • die eingetretene Rollenverschiebung zwischen Staat und Selbstverwaltung kritisch zu hinterfragen und eine Neubesinnung auf Ansätze subsidiärer Aufgabenwahrnehmung anzumahnen;
  • eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und eine auch international konkurrenzfähige angemessene Vergütung für die hochqualifizierte und fordernde Tätigkeit aller Ärztinnen und Ärzte zu realisieren;
  • die Finanzierung der ärztlichen Weiterbildung auch in Zukunft zu sichern;
  • die gesundheitspolitische Mitwirkung der Ärzteschaft bei Gestaltung und Strukturierung des Gesundheitswesens zu vertreten.