4. Erweiterte Kompetenzen

Auf Antrag von Herrn Dr. med. Botzlar, Herrn Dr. med. Ungemach, Herrn Dr. med. Emminger, Herrn PD Dr. med. Scholz und Herrn Henke (Drucksache III - 05) fasst der 111. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Ärztinnen und Ärzte verstehen ihren Beruf als die zentrale Profession in der medizinischen Versorgung und damit im Gesundheitswesen.

Der Deutsche Ärztetag stellt fest, dass nichtärztliche Organisationen, Gremien oder Personen derzeit viele Versuche unternehmen, die ärztliche Stellung und Verantwortung im Gesundheitswesen zu relativieren, die ärztliche Verantwortung aufzuteilen und die ärztliche Tätigkeit neu zu definieren.

Der Deutsche Ärztetag lehnt solche Tendenzen ab. Der Arztberuf wird nur effizient bleiben, wenn den Ärzten ihre professionelle Autonomie im Sinne des freien Berufes erhalten bleibt, und zwar unabhängig von der Frage, ob die ärztliche Tätigkeit als Angestellter, Beamter oder als Selbstständiger ausgeübt wird.

Der Deutsche Ärztetag hält es für wichtig, die Grundpfeiler der Freiberuflichkeit und ihre Bedeutung gerade den jungen Ärztinnen und Ärzten wieder stärker zu verdeutlichen.

Neben den komplexen, fachgebietsbezogenen ärztlichen Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten werden heutzutage zunehmend soziale, kommunikative, organisatorische und Führungskompetenzen erwartet.

Der Deutsche Ärztetag setzt sich dafür ein, diese gestiegenen Anforderungen offen und selbstbewusst aufzugreifen. In der Fortbildung müssen auch nichtmedizinische Kompetenzen bedarfsgerecht vermittelt werden.

Der Deutsche Ärztetag begrüßt daher das von der Bundesärztekammer verabschiedete Curriculum „Ärztliche Führung“ als geeignetes Konzept, wichtige Zusatzqualifikationen (Führen im Gesundheitswesen, Führen von Organisationen, Führen von Mitarbeitern, Selbst- und Zeitmanagement) zu vermitteln und damit die Gestaltungs- und Führungskompetenzen von Ärzten auf allen Ebenen des Gesundheitswesens zu stärken.