7. Arztbild der Zukunft - Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsberufen

Auf Antrag von Frau Dr. med. Bunte, Herrn Dr. med. Botzlar, Herrn Dr. med. Ungemach, Herrn Dr. med. Emminger, Herrn PD Dr. med. Scholz und Herrn Henke (Drucksache III - 09) fasst der 111. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Zunehmende Leistungsverdichtung und Bürokratie, ausgelöst durch einen permanenten Druck auf die Finanzierungsgrundlagen des Gesundheitssystems, belasten die Ärzteschaft und die Pflege bis an die Grenzen. Die Arbeitsbereiche von Ärztinnen und Ärzten sowie den Pflegenden sind eng miteinander verzahnt; der Kooperation der beiden Berufsgruppen kommt eine besondere Bedeutung zu.

Der Deutsche Ärztetag stellt fest, dass die Ärzteschaft zum Wohle der Patienten von nichtärztlichen Tätigkeiten zu befreien ist. Zu dem Zweck müssen die von Ärzten ausgeführten Tätigkeiten in originäre ärztliche, ärztliche, aber delegierbare und nichtärztliche Tätigkeiten differenziert werden. Delegierbare und nichtärztliche Tätigkeiten, insbesondere bürokratische Tätigkeiten, können nur im Dialog mit anderen Berufen übertragen werden.

Der Deutsche Ärztetag fordert daher die Kategorisierung der bislang von Ärzten ausgeführten Tätigkeiten durch die zuständigen Gremien der Ärzteschaft.

Der Deutsche Ärztetag lehnt unabgestimmte Reorganisations- und Neustrukturierungsmaßnahmen der ärztlichen Tätigkeit durch nichtärztliche Instanzen (Krankenhausträger, Krankenkassen, Politik) ab. Solche Versuche führen zu einer wesentlichen Verschlechterung der Qualität der Gesundheitsversorgung, da hierdurch die Verantwortung für das Ergebnis der Heilbehandlung nicht mehr transparent ist.