2. Finanzierung von Weiterbildung

Der Beschlussantrag von Herrn Bodendieck (Drucksache V - 02) wird zur weiteren Beratung an den Vorstand der Bundesärztekammer überwiesen:

Der 111. Deutsche Ärztetag fordert den Vorstand der Bundesärztekammer auf, bis zum 112. Deutschen Ärztetag ein Konzept zur Sicherung der Finanzierung der Weiterbildung für alle Fachgebiete zu entwickeln.

Ähnlich der Forderungen des Beschlussantrages zum Handlungskonzept zur Förderung der Weiterbildung zum Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin sollte ein Fondsmodell diskutiert werden, in welches alle aus der Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten Nutzen ziehende Organisationen und Körperschaften einzahlen.

Begründung:

Weiterbildung zum Facharzt wird wegen bereits bestehender und in der Zukunft zunehmender Unterfinanzierung im deutschen Gesundheitswesen zunehmend schwierig.

Ambulante Versorgung von Patienten mit komplexen Krankheitsbildern führt zunehmend zu erheblichen Schwierigkeiten für die Kandidaten, allen Anforderungen der Weiterbildungskataloge in der Klinik gerecht zu werden. Weiterbildung in der Niederlassung ist finanziell jetzt und erwartungsgemäß auch in Zukunft durch alleinige Praxishonorierung nicht zu finanzieren. Weiterbildung in der Klinik wird in den Diagnosis Related Groups (DRG) nicht ausreichend abgebildet. Bei zunehmender finanzieller Strangulierung deutscher Kliniken wird allein dadurch Weiterbildung nicht mehr möglich, da ausreichende Weiterbildungsstellen nicht finanziert werden können.

Als weiteres Problem kommt eine zunehmende Abwanderung von Fachärztinnen und Fachärzten aus dem kurativen Bereich in zum Beispiel den Versicherungs- oder Gutachterbereich (z. B. Rentenversicherung, Medizinischer Dienst der Krankenversicherung). Diese Kolleginnen und Kollegen sind durch Mittel der Gesetzlichen Krankenversicherung weitergebildet, stehen der Versorgung der Patienten aber nicht mehr zur Verfügung.