10. Todesfälle durch Arzneimittelunverträglichkeit - Öffentliche Positionierung der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft

Auf Antrag von Frau Dr. med. Groß M. A., Herrn Dr. med. Josten, Herrn Prof. Dr. med. Griebenow, Herrn Dr. Köhne und Herrn Dr. med. Berson (Drucksache VI - 74) beschließt der 111. Deutsche Ärztetag:

Der 110. Deutsche Ärztetag forderte die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AKdÄ) sowie die Bundesärztekammer auf, zu den immer wieder publizierten Daten über die Todesfallzahlen durch Arzneimittelunverträglichkeiten Stellung zu nehmen. Insbesondere sollten der zeitliche Bezug und die Herkunft der Studien und die daraus erfolgende Ermittlung der Zahlen für Deutschland klargestellt werden. Die AKdÄ wurde aufgefordert, Ergebnisse aus validen Studien zur Verfügung zu stellen.

Trotz Bemühen der Bundesärztekammer konnte die AkdÄ bisher keine Daten zur Verfügung stellen. Vertreter, auch aus dem Vorstand der AkdÄ, aber publizierten wieder und wieder Zahlen, die offensichtlich nicht valide belegbar sind, zum Teil aus ausländischen Hochrechnungen abgeleitet sind, jedoch in der Öffentlichkeit großen Eindruck machen.

Der 111. Deutsche Ärztetag fordert daher die Vertreter - auch den Vorstand - der AKdÄ auf, solange keine validierten Zahlen zu Todesfällen durch Arzneimittelunverträglichkeiten und Arzneimittelinteraktionen vorliegen, diese Zahlen nicht unkommentiert in die Öffentlichkeit zu tragen oder diese gar zur Argumentation heranzuziehen.

Solange es nicht möglich ist, die Zahlen für Deutschland zu belegen, muss klargestellt werden, wie die jeweils veröffentlichten Zahlen zustande gekommen sind.