1. Anerkennung der Prävention als wissenschaftliche ärztliche Aufgabe

Auf Antrag von Frau Dipl.-Med. Albrecht (Drucksache VI - 62) fasst der 111. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Prävention muss als wissenschaftliche ärztliche Aufgabe sowohl seitens des Staates als auch in der Medizin anerkannt werden.

Dazu sind zwingend Lehrstühle für Hygiene an allen deutschen Universitäten und Hygieneinstitute in allen Bundesländern (als Institute für den Öffentlichen Gesundheitsdienst) erforderlich bzw. wieder einzurichten.

Begründung:

Der Prävention sowie der Gesundheitsförderung kommt derzeit im Gesundheitswesen nicht die ihnen gebührende Stellung zu.

Das Bundesumweltamt nannte bereits vor fünf Jahren zahlreiche neue Herausforderungen: Lärm, elektromagnetische Strahlung, neue Medikamente und Chemikalien, neue Krankheiten, die Umwelt- und Gesundheitsschutz-Regelungen infolge der europäischen Einigung u. a. und stellte die Fragen:

„Wer soll die Zusammenhänge zwischen Erregerausbreitung und Umweltbedingungen aufklären, wer den Widerstand der veränderten und neu auftretenden Krankheitserreger gegen Desinfektionsverfahren erforschen? Wer soll die Gesundheitsgefahren, die von Wasser-, Boden- und Luftverschmutzung ausgehen (z. B. Pharmarückstände und -abbauprodukte im Trinkwasser), rechtzeitig erkennen und beseitigen helfen?“

Mit den o. g. Einrichtungen stehen Ansprechpartner für die komplexen Aufgaben zur Verfügung. Zudem würde den Themen Prävention und Gesundheitsförderung auch bereits in der ärztlichen Ausbildung der erforderliche Stellenwert eingeräumt. (Vorwiegend präventiv tätige Ärzte aus den Bereichen Arbeits- und Betriebsmedizin, Öffentlicher Gesundheitsdienst sowie Hygiene und Umweltmedizin würden so stärker in das Gesundheitssystem integriert und könnten die notwendige Verzahnung von Gesundheitsförderung und Prävention mit kurativer und rehabilitativer Medizin gewährleisten.)