2. Koexistenz von PKV und GKV zum Wohle der gesamten Bevölkerung - Erhalt des bewährten 2-Säulen-Systems

Auf Antrag des Vorstands der Bundesärztekammer (Drucksache VI - 06) fasst der 111. Deutsche Ärztetag folgende Entschließung:

Der 111. Deutsche Ärztetag 2008 ist davon überzeugt, dass das anerkannt hochstehende Niveau der medizinischen Versorgung in Deutschland nur durch das Zusammenwirken der zwei historisch gewachsenen Säulen, der „Gesetzlichen Krankenversicherung“ (GKV) und der privatwirtschaftlich organisierten „Privaten Krankenversicherung“ (PKV) möglich ist. Das deutsche Gesundheitssystem garantiert durch seinen „mittleren Weg“ die Nachteile staatlich gelenkter Gesundheitssysteme (Wartelistenmedizin, Verlust der Patientensouveränität, graue Märkte etc.) wie auch rein markwirtschaftlich orientierter Gesundheitssysteme (reale Mehrklassenmedizin) zu vermeiden.

Ein leistungs- und zukunftsfähiges Gesundheitswesen braucht auch zukünftig neben dem vornehmlich durch die GKV bestimmten sozialen und zunehmend staatlich regulierten Bereich ein starkes privates Segment, das durch Vertragsautonomie, Eigenverantwortung, Freiberuflichkeit und Innovationskraft auf hohem Qualitätsniveau bestimmt ist.

Der 111. Deutsche Ärztetag fordert die Bundesregierung deshalb auf, die Rahmenbedingungen für die Private Krankenversicherung im Interesse eines langfristig funktionsfähigen und finanzierbaren Gesundheitswesens nachhaltig zu stärken, anstatt sie - wie mit den letzten gesetzlichen Regelungen geschehen - immer weiter zu unterminieren.